Allgemeine Gestütsbedingungen
des  Gestüts  Ullenboomshof

I.

1.    Das Gestüt übernimmt die ordnungsgemäße Unterbringung, Haltung und Pflege des eingestallten Pferdes unter Beachtung der "Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten" des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der vom Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V. herausgegebenen Richtlinie "Hygiene für die Vollblutzucht".
2.    Das Gestüt erbringt gegenüber dem Einstaller für dessen Pferd(e) folgende Leistungen:   Einstallung in einer Box, Bereitstellung von Einstreu mit Stroh und Entmisten der Box, Bereitstellung von Rauhfutter, Tränken (soweit nicht Selbsttränken vorhanden sind), Bereitstellung von Kraftfutter und ggfls. Zusatzfutter, Pflege des Pferdes, Zurverfügungstellung der Trainingsanlagen des Gestüts, insbesondere des KONDI-Trainers, Ermöglichung von täglichem Auslauf (abhängig von der Witterung) auf den Koppeln/ Paddocks des Gestüts.
Einstreu mit Spänen oder vergleichbaren Materialien und deren Entsorgung sind Sonderleistungen des Gestüts und werden gesondert berechnet.
3.    Das Pferd ist grundsätzlich mit Halfter versehen von dem Einstaller zum Gestüt zu transportieren. Erbringt das Gestüt den An- bzw. Abtransport, stellt dies eine gesondert abzurechnende Sonderleistung dar.
4.    Das Gestüt behält sich vor, solche Pferde, die nicht laut Impfpass vorschriftsmäßig gegen Pferdeinfluenza und seuchenhaftes Verfohlen geimpft sind, aus dem Herdenverband auszusondern und ggfls. zurückzuweisen.
Besteht die Notwendigkeit einer Quarantäne, übernimmt der Einstaller die insoweit erforderlichen zusätzlichen Kosten.
5.    Bei Anlieferung bzw. Abholung des Pferdes sind dem Gestüt die Pferdepapiere einschließlich des Impfpasses zu übergeben.
Das Gestüt ist berechtigt, bis zur vollständigen Ausgleichung der mit der Einstallung des Pferdes verbundenen Kosten ein Zurückbehaltungsrecht an den Pferdepapieren auszuüben.
6.    Der Einstaller ist verpflichtet, Auskunft hinsichtlich fremder Eigentumsrechte an dem Pferd zu erteilen. Mit Abschluss des Pferdepensionsvertrages sichert er zu, dass das Pferd nicht von einer ansteckenden Krankheit befallen ist oder aus einem verseuchten Stall kommt, nicht koppt oder webt oder vergleichbare Eigenschaften hat, die auf andere Pferde übergreifen können. Das Gestüt ist insoweit berechtigt, hierfür ggfls. einen tierärztlichen Bericht auf Kosten des Einstallers zu verlangen.
Sollte das Pferd während der Laufzeit des Pensionsvertrages Untugenden entwickeln, die eine Gefährdung anderer Pferde verursachen können, ist das Gestüt berechtigt, das Pferd aus dem Herdenverband auszugliedern und gesondert unterzubringen und zu halten. Die hierfür ggfls. anfallenden zusätzlichen Kosten sind von dem Einstaller zu tragen.
7.    Der Einstaller hat dem Gestüt die durch das eingestallte Pferd verursachten Schäden zu ersetzen; Ziff. I.11. gilt für ein etwaiges Mitverschulden auf Seiten des Gestüts entsprechend. Sofern Dritte durch das Pferd einen Schaden erleiden, hat der Einstaller das Gestüt und seine Mitarbeiter von etwaigen Schadensersatzansprüchen freizustellen, wenn die Ersatzansprüche diesen gegenüber geltend gemacht werden.
Zur Abdeckung des Risikos aus der Tierhalterhaftpflicht (§ 833 BGB) ist der Einstaller verpflichtet, eine ausreichende Haftpflichtversicherung abzuschließen und den Abschluss dem Gestüt nachzuweisen.
8.    Die veterinärmedizinische Betreuung des eingestellten Pferdes liegt in den Händen der vom Gestüt hierfür bestellten Tierärzte. Diese werden, soweit dies für das Wohlergehen des eingestellten Pferdes erforderlich erscheint, vom Gestüt namens und für Rechnung des Einstallers beauftragt.
Die Abrechnung der Tierarzt- und Heilmittelkosten erfolgt seitens der behandelnden Ärzte direkt dem Einstaller gegenüber. Vom Gestüt für das eingestallte Pferd erworbene Medikamente, Heilmittel, etc. werden dem Einstaller gesondert in Rechnung gestellt.
In begründeten Ausnahmefällen verpflichtet sich das Gestüt auf ausdrücklichen Wunsch des Einstallers, andere Tierärzte als die Gestütstierärzte zur Behandlung des eingestallten Pferdes beizuziehen, sofern es hierdurch nicht zur Beeinträchtigungen des Wirtschaftsablaufs des Gestütes kommt.
Das Gestüt ist berechtigt, im Falle einer ernsthaften Erkrankung des Pferdes, die einen Klinikaufenthalt notwendig macht, das Pferd namens und auf Rechnung des Einstallers in die Klinik zu transportieren und dort einzuweisen. Sollte das Pferd mit den gestütseigenen Transportmitteln zur Klinik gebracht werden, ist es gestütsseitig nicht lebensversichert. Das Gestüt und seine Mitarbeiter haften für den Transport und für evtl. Schäden an dem Pferd nur nach Maßgabe der Ziff. I.11.
9.    Das Gestüt ist berechtigt, für das eingestallte Pferd die zur Hufpflege notwendigen Maßnahmen, insbesondere die Beauftragung eines Hufschmieds, vorzunehmen. Soweit die Kosten der Hufpflege, insbesondere des Schmiedes, dem Einstaller vom Gestüt in Rechnung gestellt werden, verpflichtet sich dieser, die Kosten gegenüber dem Gestüt auszugleichen.
10.    Sollten weitere Leistungen von Dritten erforderlich sein (z.B. Sattler), so werden diese dem Einstaller ebenfalls gesondert in Rechnung gestellt.
11.    Das Gestüt und seine Mitarbeiter haften für Schäden, die an dem eingestallten Pferd entstehen, oder für dessen Verlust nicht, es sei denn, dass sie auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit des Gestüts oder seiner Mitarbeiter zurückzuführen sind.
12.    Für das Gestüt und seine Mitarbeiter besteht Versicherungsschutz nur im Rahmen der Tierhüteversicherung. Die Hüteversicherung umfasst keine Obhutsschäden, d.h. Schäden, die an dem eingestellten Pferd oder eingebrachten Gegenständen entstehen, sind dadurch nicht versichert. Der Einstaller erkennt mit Abschluss des Pferdepensionsvertrages ausdrücklich an, dass er über den Rahmen der vorstehend erwähnten Versicherung unterrichtet ist.
13.    Der Einstaller willigt mit Abschluss des Pferdepensionsvertrages darin ein, dass sein Pferd zusammen mit anderen Pferden auf den Koppeln/Paddocks gehalten werden kann. Er erkennt ferner an, dass er darüber unterrichtet ist, dass es bei dieser natürlichen Art der Pferdehaltung nicht auszuschließen ist, dass fremde Pferde das eingestallte Pferd verletzen. Ansprüche kann der Einstaller wegen evtl. Verletzungen an dem eingestellten Pferd nur nach Maßgabe der Ziff. I.11. gegen das Gestüt geltend machen.
14.    Der Einstaller kann gegenüber dem Pensionsentgelt nur mit einer unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Gegenforderung aufrechnen oder ein Minderungs- oder Zurückbehaltungsrecht ausüben.
15.    Das Gestüt erwirbt wegen fälliger Forderungen gegen den Einstaller ein Pfandrecht an dessen Pferd und ist befugt, sich aus dem Pfandrecht zu befriedigen. Die Verkaufsberechtigung des Gestüts tritt zwei Wochen nach der Verkaufsandrohung ein. Die Befriedigung erfolgt nach den für das Pfandrecht geltenden Vorschriften des bürgerlichen Gesetzbuches.
16.    Bei Veränderung seiner Betriebskosten um mindestens 10 % ist das Gestüt berechtigt, nach einer Ankündigungsfrist von einem Monat den Tageskostensatz zu ändern, ohne dass dies Einfluss auf das Fortbestehen des Pferdepensionsvertrages hat. Die Änderungsanzeige hat schriftlich zu erfolgen.
17.    Mit Abschluss des Pferdepensionsvertrages erkennt der Einstaller die Stallordnung des Gestüts an. Er erkennt insbesondere an, dass ihm das absolute Rauchverbot in den Stallungen, den Heu- und Strohlagern und in deren Nähe bekannt ist.
Im Interesse eines geregelten Wirtschaftsablaufes des Gestüts sind Besuche nach vorheriger Absprache generell nur nachmittags zwischen 14.00 Uhr und 18.00 Uhr gestattet.

II.

1.    Zur Bedeckung werden grundsätzlich nur Stuten mit Fohlen oder güste Stuten angenommen, die entsprechend den Richtlinien des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen e.V. zur Zuchttauglichkeitsgruppe I, II oder III gehören. Mit Abschluss des Pensionsvertrages sichert der Einstaller zu, dass die Stute vorschriftsmäßig gegen seuchenhaftes Verfohlen geimpft ist.
2.    Der Einstaller hat bei Anlieferung/Abholung seiner Stute den Untersuchungsbefund einer Tupferprobe, die nicht älter als einen Monat sein darf, zu übergeben, es sei denn, es handelt sich um eine Stute mit Fohlen bei Fuß. Anderenfalls ist das Gestüt berechtigt, bei güsten oder Maidenstuten vor dem Decken eine Tupferprobe zur bakteriologischen Untersuchung auf Kosten des Einstallers durch die Gestütstierärzte entnehmen zu lassen. Ergibt die Untersuchung den Verdacht einer übertragbaren Krankheit, kann die Stute zurückgewiesen werden.
3.    Falls der Einstaller seiner Stute keinen aktuellen Arteritis-Test mitgegeben hat, ist das Gestüt berechtigt, einen entsprechenden Test von den Gestütstierärzten auf Kosten des Einstallers durchzuführen. Sollte der Test ergeben, dass die Stute einen positiven Titer aufweist oder einen solchen, der nicht konstant bleibt oder steigt, kann die Stute zurückgewiesen werden.
4.    Sollte seine Stute nach Abschluss des Deckvertrages - aber vor der Bedeckung - eingehen oder sollte sie aufgrund dieser Allgemeinen Gestütsbedingungen zurückgewiesen werden, ist der Einstaller berechtigt, sie durch eine andere Stute ersetzen, die den Bestimmungen dieser Allgemeinen Gestütsbedingungen entspricht.
5.    Das Gestüt ist befugt, an dem zur Eintragung eines Fohlens in das Zuchtbuch erforderlichen Deckschein bis zur vollständigen Zahlung der Deck- und Pensionskosten ein Zurückbehaltungsrecht auszuüben.

III.

1.    Das Gestüt gewährleistet die ordnungsgemäße Unterbringung, Haltung und Pflege der eingestellten Absetzer und Jährlinge unter Beachtung der Richtlinien für Zuchthygiene und Bekämpfung von Aufzuchtkrankheiten gemäß der vom Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V. herausgegebenen Richtlinie "Hygiene für die Vollblutzucht".
2.    Mit Abschluss des Pferdepensionsvertrages erklärt der Einstaller, darüber unterrichtet zu sein, dass die Absetzer/Jährlinge auf dem Gestüt nicht nur auf den Koppeln/Paddocks gemeinsam gehalten werden, sondern auch eine artgerechte Aufzucht der Pferde in den Boxen dahingehend erfolgt, dass mehrere Pferde zusammen in einer Box eingestallt sind.

©  Dr. E. Liebrecht