Pferde im Leistungs- und insbesondere im Hochleistungssport bleiben auch bei bestmöglicher Betreuung nicht von z.T. schwerwiegenden Verletzungen verschont. Nach ihrer Erstversorgung in der Klinik brauchen diese Patienten eine oft monatelange intensive Betreuung. Diese kann in den Tierkliniken aus Platz- und Kostengründen nicht durchgeführt werden; in den Trainingsbetrieben und Pensionsställen fehlt es zumeist an der Zeit und der Kompetenz, sich umfassend und fachgerecht mit den Rekonvaleszenten zu befassen.

Die Pflege und Versorgung von Rekonvaleszenten und die Betreuung solcher Pferde, die eine Auszeit vom Rennbetrieb oder dem Turnieralltag benötigen, ist einer der Schwerpunkte der Tätigkeiten auf dem Ullenboomshof. Dabei konnten vor allem bei Sehnenproblemen oder der Nachbehandlung von Frakturen in der Vergangenheit hervorragende Ergebnisse erzielt werden.

 
Foto: Klaus-Jörg Tuchel

Der Wallach SIGMUND (v. Big Shuffle – Semplice; Stall Juka) kurierte die Folgen seiner Kastration auf dem Ullenboomshof aus und wurde anschließend das Pferd mit den meisten Siegen auf deutschen Rennbahnen im Jahr 2001.

Während der Rekonvaleszenz erfolgt eine ständige Absprache mit den Gestütstierärzten (oder einem Tierarzt nach Wahl) sowie eine regelmäßige Kontrolle der Pferde. Neben der Stallruhe - ohne dass die Pferde dumpfer Langeweile ausgesetzt sind - und den medikamentös verordneten Verabreichungen ist die sich anschließende Phase der Mobilisation von besonderer Bedeutung. Hier besteht die Möglichkeit, die Pferde auf festem Untergrund (z.T. Asphalt) zu führen oder sie in der Freilauf-Führmaschine (KONDI-Trainer mit 24 m Außendurchmesser) mit ebenem und befestigtem Untergrund zu bewegen.

Auf ärztliche Verordnung hin unterstützen Kneippkuren oder Kühlungen mit Eispacks den Heilungsprozess ebenso wie ggfls. eine Wärmebehandlung mittels Solarium.

Auch Kastrationen, deren Nachbehandlung besondere Umsicht und Pflegemaßnahmen erfordert, werden auf dem Ullenboomshof durchgeführt, wobei sich die Wallache unter tierärztlicher Kontrolle rasch von dem Eingriff erholen können.

Ebenso finden Pferde, die psychisch den Belastungen des Leistungssports nicht mehr gewachsen sind und die eine Auszeit brauchen, in der ländlichen Umgebung die für sie wichtige Ruhezone und Erholung. In den holzeingezäunten Paddocks oder Weiden bestehen für sie in der unmittelbaren Nähe zu ihren Artgenossen beste Voraussetzungen, um den Trainingsstress abzubauen und in ihrer Genesung voranzuschreiten.

Es besteht ferner die Möglichkeit, die Rekonvaleszenten nach ihrer krankheitsbedingten Pause wieder anzutrainieren. Dies kann sowohl über eine verstärkte Schrittarbeit im KONDI-Trainer geschehen als auch, vor allem für Poloponies relevant, durch das Mitführen als Handpferd.

Darüber hinaus können Pferde auch individuell auf ihre Rückkehr in den Polo- oder Rennstall und den dortigen Trainingsbetrieb vorbereitet werden.